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Auf besonderer Mission in Thailand

Unterschiedliche Schlangengifte wirken unterschiedlich auf den Köper: je nachdem, ob die Gifte hämotoxisch, neurotoxisch oder mytoxisch wirken, müssen die Gegengifte entsprechend angepasst werden.
Nur fünf Minuten früher und Alexander Dittmer und Hartmut Pflantz wären auf ihrer Fahrt durch Bangkok am Bahnhof Makkasan in die dramatische Unglücksstelle geraten. Fotos: Alexander Dittmer
Nur fünf Minuten früher und Alexander Dittmer und Hartmut Pflantz wären auf ihrer Fahrt durch Bangkok am Bahnhof Makkasan in die dramatische Unglücksstelle geraten. Fotos: Alexander Dittmer
Alexander Dittmer (links) und Hartmut Pflantz (hier mit ihrem Tuk-Tuk-Fahrer) freuen sich, gesund wieder zuhause zu sein. Foto: Alexander Dittmer

Alexander Dittmer und Hartmut Pflantz erhalten exklusive Einblicke in Katastrophenschutz, das Blutspendewesen und die legendäre Snake Farm des Thailändischen Roten Kreuzes – und entgehen auf der Heimreise nur knapp einer Tragödie.

Es gehört längst zu ihrer persönlichen Tradition: Einmal im Jahr brechen der Elmshorner DRK-Vorstandsvorsitzende Alexander Dittmer und der DRK-Bereitschaftsleiter Hartmut Pflantz zu einer Fernreise auf, um Menschen und Einrichtungen des Roten Kreuzes in anderen Teilen der Welt kennenzulernen. In diesem Jahr führte sie ihre Reise per Nachtbus und Zug quer durch Thailand.
Dort erhielten die beiden Elmshorner exklusive Einblicke in zentrale Einrichtungen des Thailändischen Roten Kreuzes. Neben Besuchen im Katastrophenschutzzentrum und im hochmodernen Blutspendezentrum stand in Bangkok vor allem eine Institution im Mittelpunkt, die weltweit einzigartig ist: die berühmte Snake Farm des Queen Saovabha Memorial Institute. Die Schlangenfarm, gegründet bereits 1923, zählt zu den ältesten ihrer Art weltweit und ist weit mehr als eine touristische Attraktion. Sie dient als hochmodernes Forschungszentrum für Giftschlangen, als Antiserum-Labor zur Herstellung lebensrettender Gegengifte, als Ausbildungsstätte für medizinisches Personal und über Thailands faszinierende, aber oft sehr gefährliche Reptilienwelt. Dittmer: „In Thailand gibt es jährlich etwa 10.000 Schlangenbisse, die behandelt werden müssen. Importierte Gegengifte wirken oft nicht so gut gegen heimische Arten. “
Mehr als 200 Schlangen werden dort gehalten – darunter Königskobras, Monokelkobras, Vipern, Kraits und Pythons. Besonders beeindruckend für Dittmer und Pflantz waren die täglichen Entnahmen, bei denen Experten unter höchsten Sicherheitsstandards Schlangengifte gewinnen – Grundlage für die Produktion von Gegengiften, die jedes Jahr unzähligen Menschen in Südostasien das Leben retten: „Faszinierend, wie eng hier medizinische Forschung, Tierschutz und humanitäre Hilfe miteinander verbunden sind“, so Dittmer. 
Kurz vor ihrer Rückreise hatten die beiden großes Glück. Nur fünf Minuten später, wären sie auf ihrer Fahrt durch Bangkok am Bahnhof Makkasan in eine dramatische Unglücksstelle geraten: Am 16. Mai rammte dort auf einem Bahnübergang ein Güterzug einen voll besetzten Linienbus, der im dichten Verkehr auf den Gleisen feststeckte. Der Bus fing sofort Feuer. Acht Menschen starben, 32 weitere wurden verletzt. „Als wir später von dem Unglück hörten und realisierten, wie knapp wir daran vorbeigefahren waren, lief es uns kalt den Rücken herunter“, sagt Hartmut Pflantz.
Mit neuen Eindrücken, wertvollen Kontakten und Dankbarkeit sind Alexander Dittmer und Hartmut Pflantz von ihrer dreiwöchigen, selbst finanzierten, Informationsreise heute in Elmshorn angekommen – mehr denn je überzeugt davon, dass der weltweite Austausch innerhalb des Roten Kreuzes wichtiger denn je ist.

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